Evolutionspädagogik-Lehrer - Ausbildung Evolutionspädagogik: Evopäd - Praktische Pädagogik

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Lehrer müssen keine Therapeuten sein

Das Handwerkszeug des Pädagogen sind Vorbild, Sprache und Bewegungskunde.
Der beobachtende Pädagoge hat eine ganzheitliche Sicht vom Schüler. Eine pädagogische Möglichkeit, Probleme beim Schüler zu erkennen und Interventionen einzuleiten, ist die Bewegungsbeobachtung. Hier liefern die Forschungen der Neurologen wie z.B. Prof. Gerald Hüther, Prof. Manfred Spitzer, aber auch viele andere wie die amerikanischen Neurologen John Ratey und Lise Eliot Basiserkenntnisse, die wertvolle Hilfestellungen für die pädagogische Arbeit leisten. Ein unserer Erfahrung nach sehr guter Ansatz ist die Erkenntnis, dass Bewegung weit mehr ist als ein körperliches Fitnessprogramm. Man kann mit Fug und Recht sagen: Bewegung macht schlau, Bewegung macht klug. Aber erst seitdem die Gehirnforschung sich mit dieser Frage intensiv beschäftigt hat, wurde deutlich, dass letztlich in der menschlichen Bewegung das Instrumentarium für eine optimale Gehirnentwicklung liegt.
Engagierte Pädagogen beschäftigen sich seit 1990 unter Leitung des Philosophen und Pädagogen Ludwig Koneberg am Institut für Praktische Pädagogik in München damit, über die Bewegungsbeobachtungen ein pädagogisches Diagnose- und Interventionskonzept zu etablieren. Bewegungsabläufe, die sich am langsamen Aufrichtungsprozess während der frühkindlichen Entwicklung orientieren, wurden in ein einfaches Modell übertragen.
Die Erfahrungen in weit mehr als 400.000 Beratungsstunden mit Vorschul- und Schulkindern, mit Lehrlingen und Studenten, bestätigen die Effizienz dieses Konzeptes. Wir nennen dieses Konzept Evolutionspädagogik. Evolutionspädagogik begreifen wir als Entfaltungspädagogik im Sinne einer Wahrnehmungs- und Fertigkeitsentwicklung.

In unserer Arbeit achten wir darauf, neueste Forschungserkenntnisse mit unseren praktischen Erfahrungen in Beziehung zu setzen. Besondere Bedeutung kommt dieser Methode auch deshalb zu, weil mit ihr – was die Forderung nach Inklusion der Kinder mit Beeinträchtigungen angeht – gute Fördermöglichkeiten bestehen. Dabei wird darauf geachtet, Verhalten nicht von Ereignissen (Sozialisation, Herkunft) abzuleiten, sondern sich mit folgender Frage zu beschäftigen: Welche Entscheidungen wurden von dem Menschen auf Grund dieser Erfahrungen getroffen und wie wirkt sich dies auf sein Gleichgewichtsverhalten aus? Dies ist neurologisch gesehen ein ganz normaler Vorgang, denn Denken und Bewegen sind eins. Wir haben daraus in der Evolutionspädagogik den Satz formuliert: Wo Sprache versagt, hilft Bewegung.
Kommen wir Menschen unter Stress, hat dies auch immer großen Einfluss auf unser körperliches Gleichgewicht. Wir können dies tagtäglich im Sportgeschehen erleben. Elfmeterschießen beim Fußball, Stürze bei Turnern und Wintersportlern, bei den Schießaufgaben der Biathleten, den Fehlstarts in der Leichtathletik, etc.  
Die amerikanische Neurologin Lise Eliot schreibt dazu: Auch wenn wir uns ihrer weitgehend unbewusst sind, spielen Gleichgewichts- und Bewegungssinn eine überraschend wichtige Rolle bei der geistigen und neurologischen Entwicklung.
Ein Zusammenhang zwischen gestörtem Gleichgewichtssinn und verzögerter motorischer Entwicklung ist natürlich einleuchtend; jedoch stehen auch emotionale Probleme, Wahrnehmungs- und Konzentrationsdefizite, Lernschwierigkeiten, Sprachstörungen und Autismus häufig mit einer Schwäche des Vestibularapparates in Verbindung. Lise Eliot, Was geht da drinnen vor. Das Leben ist ein einziges Streben nach Gleichgewicht. Wir erkennen das Gleichgewicht nur über das Ungleichgewicht, so wie wir die Gesundheit nur durch Krankheit erkennen.

 
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